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Für ÖVP hohe Dividende für Budget wichtiger als intakter Schutzwald?

Ein praktisches Beispiel, dass Nachhaltigkeit für die ÖVP heute nicht mehr als eine hohle Floskel ist und die jährliche Dividende für das Budget ÖVP-Ministern wichtiger zu sein scheint als der langfristige Schutz der Bevölkerung vor Naturkatastrophen?

Der Rechnungshof (RH) prüfte, inwieweit die Österreichischen Bundesforste AG, die im Eigentum des Bundes steht, sich ausreichend um die Pflege und den Erhalt von Schutzwäldern im staatlichen Eigentum gekümmert hat. Intakte Schutzwälder schützen vor Überschwemmungen, Lawinen, Muren, Hochwasser, Erosion, Steinschlag und Felsschlag. Das Fazit des RH:

„Die Österreichische Bundesforste AG bewirtschaftete die Schutzwaldflächen vorrangig ertragsorientiert und erfüllte damit die im Bundesforstegesetz verankerte Zielvorgabe der „bestmöglichen Sicherung und Weiterentwicklung der Schutzfunkton der Waldflächen unzureichend.“

Schutzwälder in besonders exponierter Lage haben eine besonders wichtige Schutzfunktion für die Bevölkerung. Großes Manko aus wirtschaftlicher Sicht: Schutzwälder bringen wenig bis keinen Ertrag sondern schützen nur mit ihrer Existenz. Ist ein Schutzwald aber einmal in so schlechtem Zustand, dass er nicht mehr schützen kann, ist eine Sanierung oder Neuaufforstung sehr langwierig und kostspielig. Die Bäume brauchen Zeit zum Wachsen.
Ist daher ein seit Generationen intakter und funktionierender Schutzwald einmal

Schutzwald (cc) Helmut Klapper, Vorarlberger Landesbibliothek

kaputt, kann die Bevölkerung oft nur durch teure bauliche Maßnahmen geschützt werden. Diese einzelnen staatlichen Bauprojekte kosten dem Staat jedoch sehr viel mehr als der Erhalt eines bestehenden staatlichen Schutzwaldes. Weiters ist es unsicher, ob der Bau dann auch rechtzeitig vor dem nächsten Unwetter erfolgt.

Es ist daher – neben der fehlenden Schutzfunktion – auch aus rein wirtschaftlicher Betrachtung für den Staat äußerst kurzsichtig, einen bestehenden und intakten Schutzwald nicht in Stand zu erhalten.

Sanierung 15 mal teurer als Instandhaltung, Ersatz des Waldes durch technische Maßnahmen 146 mal teurer!

Nach Berechnungen des Rechnungshofs lag „das Verhältnis der Kosten zwischen der Erhaltung des Schutzwaldes, der Sanierung (Setzen von Verjüngungsmaßnahmen) und von technischen Maßnahmen bei Ausfall der Schutzwirkung des Waldes bei 1:15:146“.

Im Durchschnitt erhielt der Bund jährlich rd. 24,73 Mio. EUR von der ÖBf AG durch Fruchtgenussentgelte sowie Gewinnausschüttungen.

Umgekehrt werden Jahr für Jahr vom Katastrophenfonds rund 250 Mio Euro für Hochwasser- und Lawinenschäden ausgeschüttet. Den Bundesforsten rund 25 Mio abzuknöpfen ist kurzsichtig und wirtschaftlich unvernünftig.

Wir brauchen eine am Gemeinwohl orientierte Politik, nachhaltiges Handeln mit Verantwortung für die nächsten Jahrzehnte, statt Floskeln und Sonntagsreden.

Ich habe daher eine Anfrage an den Landwirtschafts- und den Finanzminister gemacht, um herauszufinden, wie wichtig ihnen der Schutz, den die Schutzwälder gewähren, tatsächlich ist:

RH-Bericht Schutzwaldbewirtschaftung bei der Österreichischen Bundesforste AG

2017-09-12T22:47:39+00:00 12.09.17, 22:45 |Kategorien: Allgemein, Kontrolle|Tags: , |