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Die rauchende Pistole

Da war sie wieder, die „rauchende Pistole“. Oder besser gesagt, da wurde schon wieder die rauchende Pistole nicht gefunden. Exminister Bartenstein erweckte das Phantom des ersten Eurofighter Untersuchungsausschusses wieder zum Leben und ein wenig Surrealismus hielt im Untersuchungsausschuss Einzug.

Wer der Erfinder dieser Pistole ist, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Sie ist aber ein geschickter Spin, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Und der geht ungefähr so: Erst wird dramatisiert und übertrieben: Pistole! Mord! Dann wird verharmlost: Es wurde ja keiner bei einer Tat ertappt. Ergo gibt es keine Leiche, keine Tat und es war auch sonst nichts.

Nun ist es auch bei Morden so, dass man selten den Mörder mit der rauchenden Pistole neben dem Opfer antrifft. Bei großen Bestechungsfällen ist es jedoch praktisch auszuschließen, dass ein Zeuge bei der Übergabe dabei sein könnte. Die Zeiten eines Bela Rabelbauer mit dem Geldkoffer sind seit Jahrzehnten vorbei. Für die Geldtransfers gibt es heute Spezialisten. Wir erinnern uns an das Gespräch zwischen den Wehrsprechern Marizzi und Kraft, das 1995 auf wundersame Weise den Weg an die Öffentlichkeit fand (siehe Kasten).

Marizzi: Du, Hermann, du hast mir das letzte Mal gesagt, wir haben alle miteinander kein Geld. Legen wir uns untereinander fest. Ich habe mir das alles überlegt. Was schaut raus dabei? Das möchte ich gerne wissen. Ein paar hundert Millionen für die Transportmaschine (Anm.: Regierungsflugzeug) und einige Milliarden für die Hubschrauber. Was schaut raus dabei – ungefähr?
Kraft: Weiß ich nicht genau.
Marizzi: Du mußt es ja wissen.
Kraft: Net genau.
Marizzi: Na, ungefähr.
Kraft: Ein paar Prozent. Zwei Prozent.
Marizzi: Und wie wird das verteilt? In Wirklichkeit sind das ja 22 bis 25 Millionen. Sogar mehr.
Kraft: Ja. Eigentlich mehr.
Marizzi: Und wer redet mit denen?
Kraft: Kein Problem. Hamma gelöst.
Marizzi: Und wer ist „wir“? Doch net das Ministerium?
Kraft: Das wird geregelt.
Marizzi: Na, wer mit wem?
Kraft: Wir haben den Grafen.
Marizzi: Welchen Graf? Wie heißt der Graf?
Kraft: Mensdorff…(Ausschnitt aus Tonbandprotokoll, veröffentlicht in News und APA)

Aber um beim Bild der rauchenden Pistole zu bleiben. Wir haben zwar keinen „Mörder“, aber eindeutig eine „Leiche“. Zumindest 84 Mio Euro haben den Besitzer gewechselt, ohne dass wir wissen wofür und an wen. Nach der Verhaftung des italienischen Finanzjongleurs Gianfranco Lande wurde bekannt, dass er Millionen für die Eurofighterhersteller EADS und British Aerospace verschoben hatte. Er begründete die Transfers mit dem Eurofighterkauf in Österreich und den damit verbundenen Gegengeschäften. Diese Begründung ergibt aber keinen wirtschaftlichen Sinn. Erst recht nicht die näheren Umstände, dass diese Gelder, statt sie direkt auszuzahlen, über zahlreiche Briefkastenfirmen in Steueroasen geschleust wurden. Das macht man nur, wenn man Gründe hat, die Öffentlichkeit zu scheuen. Wenn die Strafverfolgungsbehörden die Empfänger dieser Millionen gefunden haben, haben wir auch unseren „Mörder“. Und die rauchende Pistole können wir getrost vergessen.

2017-07-07T11:59:21+00:00 05.07.17, 17:52 |Kategorien: Allgemein, UA Eurofighter|